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Verbrauchs- und Anschaffungskostenvergleich

Die folgende Tabelle bietet einen groben Überblich über die verschiedenen Heizungssysteme, indem die spezifischen Energieverbrauchskosten, die Anschaffungskosten und charakteristische Eigenschaften gegenübergestellt werden.
Die Anschaffungskosten gelten für ein durchschnittlich isoliertes Einfamilienhaus mit ca. 150 m2 Wohnraum, entweder mit Zentralheizung oder 5 Räumen mit Raumeinzelheizungen. Förderungen bleiben unberücksichtigt. Die Energiepreise gelten für Österreich zum angegebenen Zeitpunkt.
Preise von 10/2016

Heizungssysteme

Nutzenergie-

kosten

Cts/kWh

Anschaffungs-

kosten

in €

Bemerkungen

Elektroheizung

15,7 - 17,2

500 - 5.000

als Heizlüfter, IR-Strahler, Elektroradiatoren, Nachtspeicheröfen

Preis 15,4 (Nacht) - 17,1 (Tag) Cents/kWh

Ölzentralheizung

7,0 - 10,3

15.000 - 25.000

Fußbodenheizung oder geregelte Radiatoren, eigener Heizraum und Öltank nötig, Ölpreis 67 Cents/l

Zimmerölofen

9,9 - 11,5

5.000 - 8.000

Öltank nötig, sonst großer Manipulationsaufwand zur Brennstoffzufuhr, Ölpreis 69 Cents/l

Gaszentralheizung

Gasetagenheizung

6,7 - 10,1

16.000 - 25.000

Fußbodenheizung oder geregelte Radiatoren, u.U. eigener Heizraum nötig, Gaspreis 63 Cents/Bcbm

Hackschnitzel-
heizung

4,0

22.000 - 35.000

Fußbodenheizung oder geregelte Radiatoren, eigener Heizraum, großer Lagerraum für Brennmaterial nötig,
Hackschnitzelpreis 13 Cents/kg

Pelletsheizung

5,7 - 6,6

20.000 - 35.000

Fußbodenheizung oder geregelte Radiatoren, eigener Heizraum, großer Lagerraum für Brennmaterial nötig,
Pelletspreis 22 - 25 Cents/kg

Scheitholzheizofen

Kachelofen

3,7 - 6,1

5.000 - 15.000

Hoher Manipulationsaufwand für Brennstoffzufuhr und Aschebeseitigung, großer Lagerraum für Brennmaterial nötig,

Scheitholzpreis 12 - 15 Cents/kg

Sole-Heizungs-
wärmepumpe

4,1 - 4,3

20.000 - 40.000

Fußbodenheizung, eigener Heizraum, u.U. Tiefenbohrungen, Erdkollektor notwendig, 16,4(Misch) - 17,1(Tag) Cents/kWh

Effiziente Inver-

ter Klimageräte

4,5 - 4,8

6.500 - 9.000

Außengerät im Freien, Innengerät im zu beheizenden Wohnraum, Strompreis 17,1(Tag) Cents/kWh

Quelle: eigene Zusammenstellung/Berechnung sowie Konsument 12/2016

Mit Hyper-Inverter Klimageräten lassen sich langfristig gegenüber einer durchschnittlichen Ölheizung ca. 40%, gegenüber einer Gasheizung ca. 35% der jährlichen Energieverbrauchskosten einsparen.
Die Anschaffungskosten einer Heizungsanlage mit Klimageräten liegen zwischen ¼ und ½ der Anschaffungskosten für eine wassergestützte Zentralheizungsanlage.
Gegenüber einer bestehenden reinen Elektroheizung (z.B. Nachtspeicher) amortisiert sich dieses Heizsystem in ca. 3 Jahren, gegenüber einer bestehenden Ölheizung in ca. 8 Jahren (bei mit der Inflationsrate steigenden Energiepreisen). Wächst der Öl- oder Gaspreisen stärker als der Strompreis, erfolgt die Amortisation entsprechen früher.
Heizkosten-Modellrechnungen
(angelehnt an VDI 2067)

Ziel der folgenden Modellrechnungen ist es, die zwischen den Heizsystemen recht unterschiedlichen Anschaffungskosten mittels der Annuitätenrechnung auf das Jahr umzulegen und zusammen mit den Jahresheizenergiekosten die gesamte jährliche Kostenbelastung zu ermitteln. Auf dieser Basis ist eher ein seriöser Vergleich der Heizsysteme möglich als mittels der Prospekthalbwahrheiten der diversen Hersteller.
Die Berechnungen beruhen auf folgenden Annahmen:
  • Neubau: Es soll ein neu zu errichtendes Heizsystem ausgewählt werde. Vorab existieren noch keine Anlagenteile.
  • Wie andere Güter auch besitzt Geld einen Preis. Der Preis dafür ist der Zinssatz. Während es allgemein akzeptiert wird, dass für geliehenes Geld Zinsen zu bezahlen sind, so werden die Zinsen für Eigenmittel oft vergessen. Jedoch wer ist schon bereit sein Geld zinslos zu veranlagen? Werden diese Eigenmittel in eine Heizungsanlage investiert, so verliert man die andernfalls erhaltenen Zinsen. Da das investierte Geld über die Nutzungsdauer der Heizungsanlage gebunden bleibt, ist ein langfristiger Zinssatz zu verwenden. Dieser langfristige Kalkulationszinssatz wird hier mit 5% p.a. angenommen.
  • Die Nutzungsdauer der Heizsysteme soll jeweils 20 Jahre bzw. 10 Jahre bei den Inverter-Klimaanlagen betragen.
  • Jährlich soll eine Heizenergie von 10000 kWh p.a. bereitzustellen sein. Dies entspricht bei einem Gebäude mit 200 m2 Wohnnutzfläche einem Heizwärmebedarf von ca. 35 kWh/m2 p.a. und somit Kategorie B nach Energieausweis. Die aufzubringende Heizlast beträgt hierbei ca. 4 - 5 kW bei -16°C Auslegungstemperatur.
  • Bei den nicht wasserbasierten Heizsystemen wird zur Warmwasseraufbereitung zusätzlich entweder ein E-Boiler oder eine Brauchwasserwärmepumpe eingesetzt.
  • Die regional oft recht unterschiedlichen und sich häufig ändernden Förderungen werden nicht berücksichtigt.
  • Die zukünftigen Preisentwicklungen bei den Energieträgern sind nicht seriös prognostizierbar und werden daher in die Berechnungen nicht einbezogen.
Kostenvergleich_Heizsysteme_12_2012
Obige Tabelle zeigt, dass die jährlichen Gesamtkosten (inkl. Warmwasser) bei Ölzentralheizsystemen am höchsten, beim Heizen mittels Inverter-Klimaanlagen am niedrigsten ausfallen. Die jährliche Ersparnis liegt je nach Heizenergiebedarf gegenüber einer Ölzentralheizung bei ca.1250,- p.a.
Bei noch geringerem Heizenergiebedarf als oben angenommen schneiden die in der Anschaffung kostengünstigen Heizsysteme wie Nachtspeicherheizung sowie die IR-Paneele1) ebenfalls gut ab. Bei sehr hohem Heizenergiebedarf kann die Hackschnitzelheizung aufgrund der geringsten jährlichen Energieverbrauchskosten ihre Stärke ausspielen.
Wird die Anzahl der eingesetzten Inverter-Klimageräte nicht nach der Anzahl der zu beheizenden Räume sondern nach der benötigten Heizleistung festgelegt, so wären bei einer Heizlast von 5 kW mit zwei Geräten das Auslangen zu finden. Damit würden sich die Anschaffungskosten für ein solches Heizsystem noch weiter reduzieren lassen. Die Verteilung der erwärmten Luft in die unbeheizten Räume könnte hierbei über Wandbohrungen, -öffnungen bzw. Lüftungskanäle, -schäche, -schlitze, die beispielsweise bei einer nachträglichen Montage in abgehängten Decken verlaufen können, erfolgen.
Geht man von einem älteren Bestandsgebäude mit bereits voll abgeschriebenem Heizsystem aus, so stellt sich die Situation folgendermaßen dar:
Kostenvergleich_Heizung_alt_LL_WP

Bei vorhandener Nachtspeicher- bzw. Ölheizung lohnt sich derzeit (2013), selbst unter Berücksichtigung der Kosten für die Warmwasserbereitstellung, ein Umstieg auf die Inverter Klimageräte. Gasheizungen sollten hingegen aufgrund des derzeit relativ niedrigen Gaspreises bei dem angegebenen Heizwärmebedarf weiter verwendet werden. Bei hohem Heizwärmebedarf kann jedoch der Einsatz von Klimageräten auch gegenüber einer vorhandenen Gasheizung Vorteile bringen.
Die jährliche Einsparung gegenüber einer Nachtspeicherheizung (inkl. E-Boiler für Warmwasser) beträgt dabei mehr als 1100,- p.a.
Gelingt es den Heizwärmebedarf aufgrund günstiger Raumaufteilung mit weniger als den hier angenommenen 5 Monosplit-Inverter-Klimageräten (z.B. drei Klimageräte mit a 3,1 kW Heizleistung um gesamt inkl. Montage ca. 4000,-) bereitzustellen, so nimmt der fimanzielle Vorteil dieses Heizsystems weiter zu.
Letztlich kann jedem Bauherren oder Sanierer empfohlen werden eigene Berechnungen nach obigem Schema, angepasst an seine spezielle Situation, durchzuführen, wobei als zusätzliche Alternative das Senken des Heizwärmebedarfs durch Maßnahmen der Gebäudeisolierung mitberücksichtigt werden sollte.
Excel-Sheet zum Heizkostenvergleich --> HIER HERUNTERLADEN <--

Mit dem Themenbereich (Teil-)Sanierung und Umstieg auf ein neues Heizsystem beschäftigt sich auch die Studie "Kosten-Nutzen-Analyse von Sanierungen" der Österreichischen Energieagentur vom 20.11.2011 und kommt im wesentlichen zu dem Schluss, dass ein Umstieg auf ein neues Heizsystem unumgänglich, eine teure thermische Vollsanierung jedoch nicht unbedingt notwendig ist, um bereits einen Großteil der angestrebten Energiekosteneinsparungen zu erreichen.
Einen Überblick der Heizungsarten und deren Vor- und Nachteile finden Sie auf www.bauen.de
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1) Bei IR-Paneele findet man sehr unterschiedliche Angaben zur Verringerung des Heizwärmebedarfs gegenüber den konventionellen (Konvektions-)Heizsystemen. Werte von 10% bis 70% werden genannt, wobei dafür mitunter schwer nachvollziehbare Gründe angegeben werden. Die hohen Einsparungswerte stammen hierbei zumeist aus einer Untersuchung der TU Kaiserslauten an einem unisoliertes Sandstein-Haus von 1930. In einem Stockwerk dieses Zweifamilienhauses wurden IR-Paneele installiert, wobei die trocknende Wirkung der IR-Paneele zu einer erheblichen Verringerung der Transmissionsverluste geführt haben dürfte. Natürlich lassen sich diese Werte keinesfalls 1 zu 1 auf moderne Wohnhäuser mit völlig anderen Wandaufbauten übertragen. Daher wurde in obiger Tabelle ein um "nur" 20% verringerter Heizwärmebedarf bei IR-Paneelen angenommen.