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Ökologische Zusammenhänge beim Heizen

Vorab muss festgehalten werden, dass beim derzeitigen deutschen Kraftwerkemix (aus Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Photovoltaische Kraftwerke, kalorische Kraftwerke mit Kohle, Erdgas, Erdöl, etc.) zur Stromerzeugung im Mittel 620 g CO2 je erzeugter kWh emittiert werden.

Wird Strom zu Heizzwecken eingesetzt, dann konkurriert elektrische Energie mit den wesentlich weniger klimaschädlichen Energieträgern Heizöl und Erdgas:

Strom: 620 g/kWh CO2___ Heizöl: 329 g/kWh CO2___ Erdgas: 254 g/kWh CO2

Bei einer erzielbaren Jahresarbeitszahl von 4 verursacht eine Wärmepumpe (bzw. ein Klimagerät) im Vergleich zu einer Ölheizung um 53% weniger CO2 und im Vergleich zu einer Erdgasheizung um immerhin noch 39% weniger CO2.

Die Verhältnisse in Österreich sind, wegen des höheren Wasserkraftanteils, für Wärmepumpen noch etwas günstiger im Vergleich zu denen in Deutschland und variieren lediglich abhängig davon, welcher Kraftwerkemix zugrundegelegt wird.

Schadstoffemissionen einer Heizungswärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4, ausgehend vom Wintermix des österreichischen Kraftwerksparks[1]:

Schadstoffe im Vergleich zu:

Kohlen-dioxid Äquiv. C02

Methan CH4

Kohlen-monoxid CO

Schwefel-dioxid SO2

Kohlenwas-serstoff CHx

Stickoxide NOx

Feinstaub

Erdgasheizung

-56%

-85%

-65%

+680%

-50%

-42%

+370%

Ölheizung

-61%

-28%

-37%

-11%

-58%

-32%

+220%

Wie der obigen Tabelle zu entnehmen ist schneiden Heizungswärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von 4 bei den diversen Schadstoffemissionen durchwegs günstiger ab, lediglich bei der Schwefeldioxidemission gegenüber der Erdgasheizung und den Staubemissionen weisen sie Nachteile auf. Der Gründe dafür liegen zum einen in der nahe bei Null liegenden Emission von SO2 bei Erdgasheizungen.

Zum anderen rührt die deutlich höherer Feinstaubemission der strombetriebenen Heizungs­wärmepumpen daher, dass bei der Stromproduktion Kohle eingesetzt wird und dabei sehr viel Feinstaub emittiert wird. Naheliegenderweise tritt diese Staubemission nicht bei der Wärmepumpe selbst sondern bei den kalorischen Kraftwerken auf.

Vergleicht man nun mit Heizungen die mit den CO2-neutralen, da nachwachsenden Brennstoff Holz betrieben werden, so spricht für die Heizungswärmepumpen vor allem das noch weitgehend ungelöste Problem der enormen Staub- und Schadstoffemissionen bei der Verwendung fester Brennstoffe in privaten Kleinheizkesseln. Dies kann gerade in dicht besiedelten Gegenden mit geringem Luftaustausch, wie dies etwa für viele Alpentäler zutrifft, die Feinstaubbelastung auf gesundheitsschädigende Konzentrationen ansteigen lassen. Die hingegen vor Ort völlig emissionsfrei arbeitenden Wärmepumpen können hier zu einer spürbaren Entlastung beitragen.

Zukünftig werden sich aufgrund des wachsenden Ökostromanteils und immer effizienterer Wärmepumpentechnologien die Verhältnisse weiter zugunsten der Heizungswärmepumpen  u. der Klimageräte zum Heizen verbessern.



[1] Günter Simader, Andrea Jamek, Herbert Ritter, Georg Benke: Ökologischer Vergleich von Wärmepumpen mit Öl- und Gasheizungen, Austria Energie Agency, Wien 2007